Tagung der INFAG zu franziskanischer Jugendarbeit

Die INFAG - der Dachverband franziskanischer Gemeinschaften in der deutschsprachigen Schweiz - lud zu einer Tagung ein, die primär in den Austausch bringen wollte: Welcher Art sind die Kontakte zu Jugendlichen, was bieten wir an, welche Erfahrungen machen wir und wie bleiben wir auch zukünftig am Puls, sprich im Gespräch mit Jugendlichen? Die Kontakte zu Jugendlichen kennen viele Farben: Klosterführungen oder Anfragen für Abschlussarbeiten zum Beispiel, Begegnungstage in Schulen oder Gebetsgruppen in der Klosterkirche, Religionstage mit ganzen Klassen und Jugendtreffen der Bistümer, Ministrantenpastoral und Firmvorbereitung oder ganz einfach innerhalb der eigenen Familie.

INFAG Tagung IINebst regem Erfahrungsaustausch und geselligem Miteinander hat uns insbesondere der preisgekrönte Film "Amateur Teens" von Niklaus Hilbert beschäftigt. Die Jugendlichen, die im Film die Hauptrolle spielen, gehören nicht zur klassischen Klientel, der wir in unseren Klostergemeinschaften oder Bildungshäusern begegnen.
Es sind Jugendliche mit ganz normalen Sehnsüchten nach Liebe und Akzeptanz, die weitgehend ohne religiöse Beheimatung um Werte ringen und unter stetigem Druck noch cooler und sexier zu sein, stehen. Die Macht der Social Media erhöht diesen Druck laufend und es gibt wenig, was diese Jugendlichen dem entgegenhalten können.

Der Film und das anschliessende Gespräch darüber haben aufs Neue deutlich gemacht, dass offene Türen in unseren Häusern und bei unseren Angeboten nicht reichen. Es braucht neben  "komm her!" auch die Bewegung des "wir gehen hin!" und in einem ersten Schritt vor allem die Botschaft "wir sind da!" Da haben wir in unseren Gemeinschaften in Sachen Kommunikation noch zu lernen - auch diesbezüglich, welche Sprache wir im Umgang mit Jugendlichen sprechen.

Zu letzterem vermittelte am Schluss des Tages ein "Gebet in Jugendsprache" einen bleibenden Eindruck,
das Anna von Wyss, eine sechzehnjährige Jugendliche aus der Ostschweiz, verfasst hat:

Lieber Gott, oder wie auch immer Du genannt sein willst...
danke für den Tag.
Es lief zwar nicht alles perfekt,
aber alles in allem war er gut.
Hauptsache allen, die mir wichtig sind, geht es gut.
Aber ich bete auch für alle andern.
Mach doch, dass diese endlosen Kriege endlich ihr Ende finden, sie sind doch sinnlos...
Hilf mir bitte in der Schule, ich krieg noch die Krise bei so vielen Aufgaben, und bei der Prüfung morgen könnt ich auch etwas Beistand gebrauchen.
Aber naja, wenn es wichtigeres gibt, dann sorge erst für das, schliesslich bin ich nicht die wichtigste Person auf der Welt.
Also, ich sollte los...
Tschüss, und danke für Deine Zeit.
Amen

 

INFAG Tagung I