Kustodiekapitel der Franziskaner in der Schweiz


In diesem Jahr feierte die Kustodie Christkönig der Franziskaner in der Schweiz ein besonderes Kustodiekapitel: Sie wurde am 7. Juli 2009 in Näfels zu einer abhängigen Kustodie der Provinz Austria in Österreich und Südtirol.

Der Eucharistiefeier um 11.00 Uhr stand an diesem Tag der neu in der Generalleitung stehende Mitbruder Roger Marchon OFM aus Strassburg (jetzt in Rom lebend) vor und der neue Provinzial Br. Rupert Schwarzl OFM aus Salzburg hielt als neuer höherer Ordensoberer unserer kleinen Kustodie von 25 Brüdern die Predigt. So konnte der damalige Kustos Br. Paul Zahner sein Amt und das Siegel der Kustodie in die Hände des in Wien lebenden Generalvisitators Br. Anton Bruck legen, der es dem neuen Provinzial Br. Rupert übergab. Da die beiden Brüder aus Österreich schon als Provinziale das Zusammengehen der beiden früheren Provinzen in Österreich und Südtirol leiteten, halfen sie uns sehr erfahren bei diesem Schritt zu einer näheren Zusammenarbeit. Wir konnten an diesem Tag einige Gäste bei uns begrüssen: den benachbarten Provinzial der bayerischen Nachbarprovinz, zwei kroatische Mitbrüder, die in der Schweiz leben und in der Kroatenmission arbeiten, zwei Vertreter von Stiftungen, die für uns Schweizer Franziskaner wirken, einen in der Schweiz lebenden Mitbruder aus der Provinz Austria und einen möglichen künftigen Kandidaten. An den Kapitelssitzungen wurden wir über das vor einigen Wochen zu Ende gegangene Generalkapitel unseres Ordens informiert, hörten die Arbeitsberichte einzelner Mitbrüder, behandelten als zwei wichtige Themen die Frage, ob wir – neben unseren drei Gemeinschaften - einen kleinen Wallfahrtsort in der Schweiz übernehmen möchten und wie unsere Gelder ethisch gerecht angelegt werden können. Wir verabschiedeten unsere neuen Statuten der abhängigen Kustodie, die von der Provinzleitung der Austria noch bestätigt werden. Neben einem Kapitelsausflug an den nahen Walensee feierten wir am letzten Kapitelstag noch einmal die Provinz Austria und ihre neue abhängige Kustodie in der Schweiz. Dazu kamen drei zusätzliche Brüder aus Österreich auf Besuch, um uns Schweizer Brüder besser kennen lernen zu können. In einem Bilderbericht und mit vielen Informationen erfuhren wir genauer, wie die Brüder in Österreich und Südtirol leben und konnten so Anteil an ihrer Geschichte und an ihrer Gegenwart nehmen. Das Kapitel schloss mit der Eucharistiefeier, der der neue Kustos der Schweizer Franziskaner, Br. Raphael Fässler (Jahrgang 1968; auf der Insel Werd lebend), vorstand. So endete eine wertvolle Kapitelswoche, die durch die Begleitung von Provinzial Br. Rupert und Visitator Br. Anton uns Schweizer Brüder einen guten Schritt den Brüdern in Österreich annäherte. Es wäre wertvoll, diese Nähe weiter pflegen zu können, um die franziskanische Berufung nicht nur im eigenen Land als wichtige Aufgabe erkennen zu können, sondern sie auch in anderen Ländern als gemeinsame Berufung des die Landesgrenzen weit sprengenden Franziskanerordens entdecken zu dürfen. So wird die kleine Berufung vor Ort zum grossen Charisma eines weltweit verbreiteten Minderbrüderordens.
Br. Paul Zahner, Ex-Kustos